Mutter, Mutter Kind - Eine Regenbogenfamilie & ihr grösstes Glück

Aktualisiert: 3. Okt 2018

Katharina (27) und ihre Frau Wally (35) aus Bremen sind seit fast 2 Jahren verheiratet und haben sich kurz darauf ihren Kinderwunsch durch einen anonymen Samenspende aus Dänemark erfüllt. Ich habe Katharina auf Instagram kennengelernt und ich fand ihre Geschichte so spannend und bewegend, dass ich sie euch unbedingt erzählen will.




Wie hat euer Freundes- und Bekanntenkreis darauf reagiert, dass ihr eine künstliche Befruchtung mit einem Samenspender wollt - und warum aus Dänemark?

Unsere Freunde und Bekannte haben daraus keine große Sache gemacht. Sie wussten von unserem sehnlichen Kinderwunsch. Sie freuten sich sehr für uns. Manche haben uns natürlich gefragt, wie wir das ganze angehen wollen und welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt. Das war für uns aber kein Problem und sind er Sache ganz offen umgegangen. Warum aus Dänemark? Weil wir eine bekannte haben, die so ihren Kinderwunsch erfüllen konnte und damit gute Erfahrungen gemacht hat. Die Wahrscheinlichkeit , dass man bei dem ersten Versuch gleich Schwanger wird lag zwar nur bei 20 Prozent, aber wir hatten Glück und es hat funktioniert!:)


Ihr habt die Befruchtung “selbst” durchgeführt. Wie kann man sich das vorstellen? Hat es beim ersten mal gleich geklappt? Was kostet das alles?

Das klingt banal, aber wir haben es im Internet bestellt. Man kann sich auf einer Website all die Informationen holen, die man braucht. Und eben bestellen. Das ganze muss natürlich alles so getaktet sein, dass es rechtzeitig ankommt. Es kam in einem Stickstoffbehälter nach Hause. Den Rest kannst du dir ja vorstellen :)

Das ganze kann ziemlich viel Geld kosten , oder man verzichtet auf ein paar Dinge vom Spender. wWie z.B Babyfoto, oder Spracherkennung.

Wir haben uns für das günstigere Entschieden. Wir wussten Bescheid über:

Augenfarbe, Haarfarbe, Beruf und Größe. Das hat uns für einen Versuch 1500 Euro gekostet.


Als Liah (11 Monate) geboren wurde, was hattest du liebe Katharina als nicht leibliche Mutter für Gefühle? Fühlst du dich als zweite Mami, oder genau so wertig wie die biologische Mutter, oder warst du auch mal eifersüchtig?

Ja wie fühlt man sich, wenn man sein Kind was nicht von einem selbst ist, nach der Geburt im Arm hält. Es war ein unbeschreibliches Gefühl und dieser Gedanke, dass es von einem Samenspender kam, war gar nicht da. Es war einfach GLÜCK PUR. Der Gedanke kommt sowieso nur ganz selten mal auf, dass sie eben nicht von mir kommt. Eifersüchtig war ich nicht, denn es war ja eine ganz bewusste Entscheidung von uns beiden diesen Weg zu gehen.


Katharina, du hast deine Tochter adoptiert. Warum war das so kompliziert und warum ist es dir so wichtig?

Das Verfahren läuft leider noch. Das ganze nun seit ca 11 Monaten. In manchen Bundesländern geht es schneller.

Wir warten nun darauf, dass sich das Jugendamt bei uns meldet, um vorbei zu kommen um dann ihre Einschätzung an das Gericht weiter zu geben. Irgendwie ein doofes Gefühl, dass jemand von außen beurteilt, ob man sein eigenes Kind adoptieren darf. Aber es ist uns sehr wichtig, dass auch ich die gleichen Rechte und Pflichten für Liah habe wie meine Frau.



Wann/ Wie erklärt ihr eurer Tochter wie sie entstanden ist. Macht ihr euch Gedanken, dass Sie ihren Vater kennenlernen will? Was macht ihr euch generell für Gedanken? Welche Wünsche, Ängste habt ihr?

So ganz genau haben wir uns das noch gar nicht überlegt. Wir werden ihr gegenüber einfach offen und ehrlich mit dem Thema umgehen. Für Liah soll das alles ganz normal und ohne Wertung sein. Darüber, dass sie irgendwann vielleicht wissen möchte wer ihr Vater ist, haben wir uns auch Gedanken gemacht und daher einen Samenspender gewählt, der nicht ganz anonym ist. Das heisst sie darf sich mit 18 Jahren an die Samenspendebank wenden und um die Kontaktdaten bitten. Dann hat sie selbst die Wahl ob und in wie weit sie Kontakt zu ihm aufnimmt.


Könnt ihr euch ein zweites Kind vorstellen, vllt diesmal mit dir als Schwangere?

Ein zweites Kind können wir uns durchaus vorstellen. Eigentlich war das auch der Plan, dass ich das zweite Kind bekomme. Aber nach der Erfahrung im Krankenhaus bei Liahs Geburt, bin ich da nicht mehr so sicher. Sie lag 48 Stunden in den Wehen und hat unglaublich gelitten, das war schlimm für mich anzusehen. Meine Frau könnte sich auch vorstellen vielleicht noch das zweites Kind zu bekommen.


Wir sind gespannt, vielen Dank für eure offenen Worte.


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